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Laute Geräusche, Hyperakusis oder Hörverlust können Ihr Hörerlebniss beeinträchtigen. Finden Sie heraus, wie Sie ihre Geräuschempfindlichkeit reduzieren.
2020-05-26

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Warum tun manche Geräusche weh? (mit und ohne Hörverlust)

Sie wollen ihre Geräuschempfindlichkeit reduzieren? Finden Sie heraus, wie!

Wenn Sie schon einmal vor dem Geräusch von Kreide auf einer Tafel zurückgeschreckt sind, wissen Sie, wie unangenehm manche Geräusche sein können. Natürlich haben einige Menschen eine höhere Empfindlichkeit für Geräusche als andere. Während die Mehrheit der Menschen negativ auf übermäßig laute oder sehr scharfe Geräusche reagiert, empfinden andere alltägliche Geräusche ebenfalls als überwältigend.

Die Geräuschempfindlichkeit betrifft Menschen mit Hörverlust genauso wie Menschen mit normaler Hörfunktion. Bei Menschen mit bestimmten Arten von Hörverlust, wie z.B. Schallempfindungsschwerhörigkeit bzw. altersbedingter Schwerhörigkeit, ist sie jedoch häufiger anzutreffen. Darüber hinaus können Menschen mit Ohrgeräuschen oder Tinnitus auch ein überempfindliches Gehör aufweisen.

Um den unangenehmen Effekt von Geräuschen, die wehtun, zu bekämpfen, ist es wichtig, die verschiedenen Arten von Geräuschempfindlichkeit zu kennen. Wenn Sie verstehen, warum Sie ein überempfindliches Gehör haben, können Sie die richtigen Schritte unternehmen, um das Problem zu lösen und Ihre Hörerfahrung zu verbessern.

Verschiedene Arten von Schallempfindlichkeit

Laute Geräusche

Menschen mit normaler Hörfunktion werden sehr laute Geräusche in der Regel als unangenehm empfinden. Es ist bekannt, dass Geräusche in einem Frequenzbereich von 2.000 bis 5.000 Hz besonders unangenehm zu hören sind. Dafür gibt es zwei Gründe.

Erstens wird unsere Hörfunktion geschädigt, wenn wir lauten Geräuschen ausgesetzt sind. Tatsächlich kann alles über 85 Dezibel einen Hörverlust verursachen, wenn man der Lautstärke dauerhaft ausgesetzt ist. Da laute Geräusche die Haarzellen in den Ohren schädigen, liegt es auf der Hand, dass wir diese Geräusche als unangenehmen Lärm empfinden. Da wir diese Geräusche als so unangenehm empfinden, wechseln wir eher in eine andere Umgebung oder senken sie Lautstärke und schützen so unsere Hörfunktion.

Zweitens haben Studien gezeigt, dass unser Gehirn unterschiedlich auf hohe Töne reagiert, insbesondere auf solche in einem Frequenzbereich von 2.000 bis 5.000 Hz. Obwohl nicht ganz bekannt ist, warum dies geschieht, haben bildgebende Studien bestätigt, dass ein bestimmter Teil des Gehirns, die Amygdala, aktiv wird, wenn wir Geräusche in diesem Bereich hören. Da die Amygdala für unsere emotionalen Reaktionen verantwortlich ist, könnte das erklären, warum diese hohen Geräusche bei uns ein Gefühl des Unbehagens, der Angst oder sogar der Panik auslösen.

Hyperakusis

Menschen mit normaler Hörfunktion können Geräusche von bis zu 95 Dezibel tolerieren, bevor sie empfindlich reagieren. In Fällen von Hyperakusis ist die Fähigkeit des Einzelnen, Geräusche zu tolerieren, jedoch vermindert. Im Wesentlichen sind ihre Lautheits-Unbehaglichkeitspegel (Loudness Discomfort Levels, LDLs) viel niedriger als der Durchschnitt.

Glücklicherweise kann eine Hyperakusis durch das Tragen von Hörgeräten behandelt werden. Hörgeräte, die „Rosa Rauschen“ erzeugen, wirken als Maskierungsgeräte, die die Auswirkungen von Alltagsgeräuschen und Hintergrundgeräuschen minimieren. Sorgfältig programmierte Hörgeräte mit Rosa Rauschen können die Symptome von Hyperakusis durch die Reduzierung der Geräuschempfindlichkeit deutlich reduzieren.

Recruitment

Diese Art der Geräuschempfindlichkeit betrifft in der Regel Menschen, die einen Hörverlust aufweisen. Wenn Ihre Hörfunktion beeinträchtigt ist, liegt das oft daran, dass Haarzellen oder Nerven geschädigt wurden. Die Art und das Ausmaß der Schädigung bestimmen, welche Tonhöhen und Frequenzen Sie nicht mehr oder erst bei höheren Lautstärken hören können.

Geräuschen innerhalb einer bestimmten Tonhöhe oder Frequenz können Sie aufgrund von Hörverlust nicht mehr hören. Wenn sie jedoch lauter gemacht werden, werden andere Sinneszellen mit angeregt. Diese plötzliche Lärmbelastung ist es, die den Klang so unangenehm macht und vielleicht erklärt, warum Menschen mit Hörverlust oft über eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen berichten.

Wenn ein Ton lauter wird, werden die Haarzellen neben den geschädigten Zellen „rekrutiert“. Wenn diese Zellen unbeschädigt sind, ist Ihre Hörfunktion für diese bestimmte Tonhöhe oder Frequenz normal. Sie können beispielsweise einen Fernseher bei einer Lautstärke von 30-45 nicht mehr hören, aber sobald er 46 erreicht, ist er zu laut für Sie. Das liegt daran, dass die Lautstärke zwischen 30-45 normalerweise von den jetzt geschädigten Haarzellen aufgenommen wird, aber bei 46 werden die nächsten Haarzellen rekrutiert. Wenn die rekrutierten Hörzellen nicht beeinträchtigt sind, können Sie den Fernseher plötzlich bei einer Lautstärke von 46 hören, die so laut ist, dass es unangenehm ist.

Das Tragen von Hörgeräten kann diese Art der Geräuschempfindlichkeit stark verbessern. Da Ihre Hörfunktion beim Tragen von Hörgeräten stark verbessert wird, gibt es keine plötzliche Lücke zwischen dem Nicht-Hören und lautem Hören. Darüber hinaus kann das Tragen von Hörgeräten, die Rosa Rauschen erzeugen, auch eine nützliche Methode sein, um die mit dem Hörverlust verbundene Geräuschempfindlichkeit zu behandeln.

Überempfindliches Gehör

Manche Menschen werden einfach mit einer Überempfindlichkeit auf bestimmte Geräusche geboren. Typischerweise sind Menschen nur auf Geräusche überempfindlich, die über einer bestimmten Frequenz liegen, obwohl dies von Person zu Person unterschiedlich ist. Je nach dem Grad der Überempfindlichkeit können selbst Alltagsgeräusche und Hintergrundgeräusche äußerst belastend sein.

Menschen mit Autismus erleben manchmal ein überempfindliches Gehör. Mit der auditorischen Integrationstherapie kann die Überempfindlichkeit einer Person jedoch reduziert werde, was es ihr ermöglicht, Geräusche ohne eine negative Reaktion zu tolerieren.

Misophonie

Menschen mit Misophonie haben eine intensive Abneigung gegen Geräusche. Im Gegensatz zu anderen Geräuschempfindlichkeiten ist die Misophonie nicht auf laute oder hohe Töne beschränkt. Tatsächlich können leise Töne die Auslöser für Menschen mit Misophonie sein. Eine Klangtherapie wird oft zur Behandlung von Misophonie eingesetzt, obwohl einige Menschen finden, dass Maskierungsgeräte und „Weißes Rauschen“ ihnen helfen können, mit der Lärmbelastung besser zurechtzukommen.

Behandlung von Geräuschempfindlichkeit

Wie Sie sehen können, gibt es zahlreiche Ursachen für Hörsensitivität. Um sicherzustellen, dass Ihre Empfindlichkeit angemessen behandelt wird, ist es wichtig, sich von einem qualifizierten Hörakustiker beraten zu lassen.

Wenn die Exposition gegenüber lauten Geräuschen beispielsweise einen Hörverlust verursacht hat, könnte dies der Grund für Ihre erhöhte Empfindlichkeit sein. Obwohl ein Hörverlust nicht geheilt werden kann, können Sie Ihre Hörfunktion mit einem Gehörschutz schützen. Wenn Sie bereits einen dauerhaften Hörverlust haben, kann das Tragen der richtigen Hörgeräte Ihre Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen minimieren und Ihre Hörfunktion verbessern.

Entscheidend ist, dass diese Informationen Ihnen den Zugang zu einer angemessenen Behandlung ermöglichen. Ganz gleich, was die Ursache für Ihre erhöhte Geräuschempfindlichkeit ist, ein Hörakustiker kann Ihnen helfen, Ihr Hörerlebnis zu verbessern.

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