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Das menschliche Gehör verändert sich über die Zeit. Lesen Sie, wie sich unsere Ohren über die Jahre verändern und wie Sie Hörverlust vorbeugen können.
2019-12-03

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In welchem Alter ist Ihr Gehör am besten?

Ihr Gehör verändert sich ständig und passt sich im Laufe Ihres Lebens an. In welchem Alter ist es am besten, und wie können Sie Ihr Gehör im Laufe der Zeit schützen? Hier sind einige Hörtipps für jedes Alter.

Bereits direkt nach der Geburt fängt das menschliche Gehör an, sich zu entwickeln oder beginnt nachzulassen. Das klingt zuerst einmal beängstigend. Doch keine Angst, das Gehör verschlechtert sich nur sehr langsam. Bei gutem Schutz und Pflege kann dieser Prozess lange andauern und völlig unbedeutend sein. Wenn wir uns jedoch häufig lauten Geräuschen und Lärm für längere Zeit aussetzen, beschleunigen wir damit die Schädigung unseres Gehörs.

Das wirft die Frage auf: In welchem Alter hören wir am besten? Dieser Beitrag untersucht unser Gehör im Laufe der Zeit und sucht nach Möglichkeiten, es vor Schäden zu schützen.

Eine Zeitleiste des Gehörs

Das menschliche Gehör beginnt bereits im Mutterleib, sich zu entwickeln. Wir erkennen die Stimme unserer Mutter, noch bevor wir geboren werden. Als Neugeborene sind unsere Ohren mit Flüssigkeit gefüllt und unser Gehör ist noch nicht vollständig entwickelt, aber wir sind in der Lage, Schlaflieder, laute Geräusche und das Geschehen um uns herum zu hören. Vor allem bei der Sprachentwicklung und unserem eigenen Bewusstsein spielt das Gehör eine große Rolle.

In der Entwicklungsphase vom Kleinkind und Kind wächst das Gehör mit. Es erlaubt uns, Klänge und Silben aufzunehmen und stärkt unser Verständnis von Ton und Sprache. Bald sind wir in der Lage, mit anderen zu kommunizieren. Ein angeborener oder erworbener Hörverlust kann daher die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen.

Im Teenageralter ist das menschliche Gehör fast vollständig entwickelt. Unser Musikgeschmack verfestigt sich und wir haben ein gesetztes Verständnis für die gesprochen Sprache. Während des späten Teenagealters erreichen wir den Punkt, an dem sich unser Gehör nicht mehr weiterentwickelt und stattdessen beginnt, sich zu verschlechtern. Diese Veränderung bemerken wir nicht. Solange kein schwerer lärmbedingter Hörverlust eingetreten ist (z.B. durch einen Autounfall, laute Geräusche, etc.), ist unser Gehör mit 18 Jahren auf dem Höhepunkt.

Unsere frühen 20er Jahre sind unsere besten Jahre in Sachen Hören. Eine Person mit gesundem Gehör kann eine Stecknadel fallen hören und wird keine Probleme haben, ein Gespräch in einem überfüllten Raum zu führen. Solange es keine anderen Probleme gibt, wie z.B. Hörverarbeitungsstörungen oder Autismus, sollte eine hörende Person nur sehr wenige Probleme haben, die Menschen in ihrer Umgebung zu hören und zu verstehen. Ab dem 25. Lebensjahr verschlechtert sich das menschliche Gehör, doch diese Auswirkungen sollten für die meisten von uns kaum spürbar sein.

Wann werde ich Schwierigkeiten beim Hören haben?

Das hängt von Ihrem Lebensstil ab. Während das Hörvermögen bei jedem Menschen anders ist, beginnen die meisten Menschen nach dem 50. Lebensjahr, erste Probleme beim Hören festzustellen. Menschen mit einem außergewöhnlich guten Gehör, die ihre Ohren stets vor Lärm schützen, bemerken ein Problem möglicherweise erst, wenn sie über 60 sind. Auf der anderen Seite könnten Menschen, die viel Lärm ausgesetzt sind, bereits mit Mitte 30 oder früher Probleme bemerken. Dazu gehören zum Beispiel Bauarbeiter und Musiker.

Altersbedingter Hörverlust oder sensorineuraler Hörverlust wird durch längere Lärmbelastung verursacht, zum Beispiel durch laute Musik, Motoren und Maschinen. Auch wenn Sie keinen Job mit hoher Lärmbelastung haben, kann das Leben in einer überfüllten Stadt, die häufige Benutzung der U-Bahn und die häufige Besuche von lauten Veranstaltungen den Hörverlust beschleunigen. Einige Menschen mit außergewöhnlich hohen Lärmbelastungen können bereits im Alter von 20 ihr Gehör verlieren.

Es ist unmöglich, genau zu bestimmen, wann ihr Gehör wirklich beginnt, nachzulassen. Es hängt von vielen Aspekten Ihres Lebens und der Genetik ab. Deshalb sind häufige Hörtests für die Gesundheit des Gehörs unerlässlich. Sensorineuraler Hörverlust beginnt schleichend und ist in seinem Frühstadium kaum zu erkennen. Lassen Sie ein vollständiges Audiogramm erstellen, wenn Sie vermuten, dass etwas an Ihrem Gehör nicht stimmt.

Wenn Hörverlust in der Familie vorkommt, besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für altersbedingten Hörverlust. Sind Ihrer Großeltern oder älteren Verwandten schon in jungen Jahren taub geworden? Das ist ein Zeichen dafür, dass Sie bei Ihrem eigenen Gehör vorsichtig sein sollten. Es gibt viele Faktoren, die bei einem sensorineuralen Hörverlust eine Rolle spielen. Sobald jedoch ein bestimmter Grad an Hörverlust vorhanden ist, ist dieser dauerhaft. Deshalb sollten Sie mit den Ohren auf Nummer sicher gehen. Zwar ist der ständige Schutz, zum Beispiel durch Ohrstöpsel, mit einem gewissen Aufwand verbunden, doch er kann Sie später vor einem schweren Hörverlust schützen.

Sich vor altersbedingtem Hörverlust schützen

Wie bereits erwähnt, ist die Prävention der wichtigste Teil des Gehörschutzes. Während auch bestimmte Medikamente und Bedingungen ein Risiko für einen Hörverlust darstellen können, ist die Lärmbelastung die Hauptursache für die meisten Fälle von sensorineuralem Hörverlust. Laute Geräusche nutzen die winzigen Haarsinneszellen in unserer Cochlea ab, die uns helfen, Geräusche zu erkennen. Wenn diese Härchen beschädigt sind, verschlechtert sich unser Gehör und wird schwächer. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, diesen Prozess zu verhindern.

  • Ohrstöpsel und Kopfhörer: der einfachste Weg Ihr Gehör zu schützen. Wenn Sie bei einem Konzert, einer Sportveranstaltung oder bei anderen lauten Veranstaltungen teilnehmen, sollten Sie sie dabeihaben. Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass sie die Ohrstöpsel stören könnten oder das Musikerlebnis einschränken, können Sie doch Ihr Gehör dadurch schützen.
  • Benutzen Sie Ohrstöpsel auch in Ihrem Alltag. Ob bei der Fahrt in der U-Bahn oder unterwegs in lauten Umgebungen.
  • Verringern Sie die Lautstärke. Vor allem junge Menschen drehen ihre Musik, ihren Fernseher und andere Geräte laut auf. Eine einfache Möglichkeit, das Gehör zu schützen: Lautstärke reduzieren.
  • Machen Sie Pausen. Fühlen Sie sich nach einem lauten Tag überwältigt? Genießen Sie bewusst die Ruhe zuhause. Damit geben Sie Ihrem Gehör die Möglichkeit, sich zu erholen.
  • Begrenzen Sie die Zeit auf Partys und in Clubs. Je länger Sie in diesen lauten Umgebungen verweilen, desto mehr Schaden nimmt Ihr Gehör. Sollten Sie oft auf Partys unterwegs sein, setzen sich sich selbst ein Zeitlimit, welchem Sie ihrem Gehör aussetzen.

 

Geben Sie allgemein acht auf Ihr Gehör. Viele Menschen merken nicht, dass Sie ihr Gehör schädigen, bis es zu spät ist. Machen Sie sich bewusst, wie verschiedene Situationen Ihr Gehör beanspruchen und machen Sie regelmäßig Hörtests. Einen Hörakustiker in Ihrer Nähe finden Sie in unsere Akustikersuche.

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